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Grosser Run auf den PH-Vorkurs

Der Vorkurs für die Pädagogische Hochschule (PH) wird neu an der Kantonsschule Olten und nicht wie bisher an der PH Solothurn durchgeführt. Ziel des neunmonatigen Lehrgangs bleibt dasselbe: Die Teilnehmenden unterschiedlichster Vorbildung werden auf ihr Studium an der PH vorbereitet.

50 Erwachsene besuchen derzeit den seit August neu an der Kantonsschule Olten geführten berufsbegleitenden Vorkurs für die Pädagogische Hochschule FHNW. Die Teilnehmenden vertiefen im von qualifizierten Mittelschullehrpersonen erteilten Unterricht ihr Allgemeinwissen und erwerben sich bei Bestehen der abschliessenden Ergänzungsprüfung auf dem Niveau der Fachmaturität des Berufsfeldes Pädagogik den Zugang zu den Lehrgängen „Vorschul- und Primarstufe“ und „Primarstufe“ an der Pädagogischen Hochschule FHNW.

Bereicherung und zugleich Herausforderung für alle Beteiligten ist die Heterogenität der Klassen. Die diesjährigen Kursbesucherinnen und –besucher sind zwischen 19 und 41 Jahre alt und verfügen über unterschiedliches berufliches und schulisches Vorwissen. Zugelassen zum Vorkurs sind Inhaberinnen und Inhaber einer Berufsmatur, eines Fachmittelschulausweises oder einer Fachmatur (nicht Berufsfeld Pädagogik) sowie Berufsleute, die eine dreijährige Lehre abgeschlossen haben und Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren aufweisen können.

Neben den promotionsrelevanten allgemeinbildenden Fächern stehen für die Klassen Sport, Werken, Bildnerisches Gestalten und Musik/Singen auf dem Stundenplan. In diesem Punkt unterscheidet sich die Kantonsschule Olten von der Aargauischen Maturitätsschule für Erwachsene, wo der PH-Vorkurs ebenfalls angeboten wird. „Wir erachten es als wertvoll, angehende Vorschul- und Primarlehrkräfte auch in musischen Fächern zu fördern“, erklärt die Leiterin des Lehrgangs, Dr. Nadja Orfei, die an der Kanti geltende Stundendotation. Orfei unterrichtet die Klassen im Fach Deutsch und zieht nach sieben Wochen eine positive Bilanz: „Ich erlebe überaus motivierte Schülerinnen und Schüler.“ Dies sei indes auch Voraussetzung, um an den im Mai stattfindenden Prüfungen zu reüssieren. „Der Lehrplan ist sehr gedrängt und verlangt von den Teilnehmenden je nach Vorwissen einen beträchtlichen ausserschulischen Aufwand.“ Das scheint die wenigsten abzuschrecken. Die Nachfrage übersteigt die Platzzahl jeweils bei weitem.

Weitere Informationen zum PH-Vorkurs finden sich hier.

Luca Vesco
Der 23-jährige Chemikant Luca Vesco aus Reinach (BL) arbeitete nach Abschluss seiner Lehre noch ein Jahr auf seinem erlernten Beruf und realisierte dabei, dass er sich beruflich neu orientieren möchte. Er nutzte den Zivildienst, um mit unterschiedlichsten sozialen Gruppen zu arbeiten, u.a. absolvierte er ein halbjähriges Praktikum in einer Kinderkrippe. Die Begegnungen mit den Knirpsen gefielen ihm sehr, und so reichte er seine Anmeldung für den PH-Vorkurs ein. Einen beträchtlichen Teil seiner Freizeit investiert der als Teilzeit arbeitende Securitas in das Lernen für den Vorkurs. „Von den 25 Schülern in meiner Klasse können die meisten eine Berufs- oder Fachmatur vorweisen; entsprechend hoch ist das Niveau, und ich muss mich besonders in Englisch sehr anstrengen, um den Anschluss nicht zu verlieren.“ Da der angehende Primarlehrer aber motiviert ist, sich in kurzer Zeit viel Wissen anzueignen, nimmt er den grossen Aufwand gerne auf sich.

Caroline Müller
Für die 25-jährige Caroline Müller stand schon immer fest, dass sie Lehrerin werden möchte. Obwohl sie sich dann zur Fachangestellten Gesundheit ausbilden liess und später in Aarau Tierhomöopathie studierte, hielt die Balsthalerin an ihrem Berufswunsch fest: „Jetzt bin ich noch jung und ungebunden, und darum ist der Zeitpunkt ideal, den Wunsch endlich zu realisieren.“ Die Weichen dazu hat sie schon früher gelegt: Caroline Müller ist Inhaberin einer Berufsmatura gesundheitlich sozialer Richtung und hat als gezielte Vorbereitung auf den PH-Vorkurs einen fünfmonatigen Welschlandaufenthalt absolviert. Dieses Vorwissen erlaubt es ihr, neben dem Kurs weiterhin die von ihr mitgegründete Waldspielgruppe zu leiten, Nachhilfeunterricht zu erteilen und im Büro des Vaters mitzuarbeiten. Auf den Lorbeeren ausruhen kann sie sich freilich nicht: „Der Kurs gibt ordentlich zu tun. Zwar habe ich vieles schon mal durchgenommen, aber ich kann in jedem Fach profitieren.“ Trotzdem: Die Absolventin des Vorkurses bedauert, dass ihr die Berufsmatura den direkten Zugang an die PH nicht sichert und sie ein Zwischenjahr einlegen muss.

Vanessa Dunkel
Die 21-jährige Vanessa Dunkel gibt unumwunden zu, dass sich der PH-Vorkurs „anspruchsvoller als erwartet“ gestaltet. Zwar kann die Inhaberin einer Fachmatura im Berufsfeld Soziales dem Unterricht problemlos folgen, doch „ich merke durchaus, dass ich die Schulbank in den letzten zwei Jahren nicht mehr gedrückt habe.“ Fächer wie Chemie und Physik lägen gar noch länger brach. Alles in allem falle ihr der Kurs aber sicherlich leichter als anderen, die in gewissen Fächern komplettes Neuland betreten. Und so lässt es die zeitliche Beanspruchung Vanessa Dunkel zu, ihrer Tätigkeit an einer Sprachheilschule in Arlesheim weiterhin zu 50 % nachzugehen. „Hätte ich nicht das Vorwissen aus meiner Zeit an der FMS und der Fachmatura, liessen sich Schule und Arbeit wohl nicht so problemlos unter einen Hut bringen“, mutmasst die Baselländerin, die an der PH den Lehrgang „Vorschule und Primarstufe“ besuchen und dereinst als Kindergärtnerin arbeiten möchte.

 

Kantonsschule Olten
Hardfeldstrasse 53
4600 Olten

062 311 84 84 (Tel.)

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Wenn Sie telefonische Auskunft wünschen, erreichen Sie die für den Vorkurs zuständige Sachbearbeiterin jeweils am Vormittag.